NAS OS 4.0 von Seagate – Einrichten eines iSCSI-Ziels und Verbindungsaufbau

In diesem Artikel wird beschrieben, wie in NAS OS konfiguriert und eine Verbindung zu einem iSCSI-Ziel aufgebaut werden kann.

iSCSI ist die Abkürzung für „Internet Small Computer Systems Interface“. iSCSI ist eine Erweiterung der klassischen iSCSI-Speicherschnittstelle, die das Senden von SCSI-Befehlen über ein IP-basiertes Netzwerk ermöglicht. Mit diesem Hilfsmittel können Computer über ein Netzwerk auf iSCSI-Ziele zugreifen, und zwar auf dieselbe Weise, wie sie auf eine direkt mit einem Computer verbundene Festplatte zugreifen würden. 

Für den Verbindungsaufbau zu einem iSCSI-Ziel von einem PC mit Windows 7 bzw. 8 oder von einer anderen Windows-Version aus wird der Microsoft iSCSI Initiator genutzt. Der iSCSI Initiator kann die Verbindung zu einem iSCSI-Ziel entweder über den Host-Namen oder die IP-Adresse von NAS herstellen. Wenn die Verbindung über die IP-Adresse hergestellt werden soll, wird empfohlen, das NAS-Gerät im Vorfeld mit einer statischen/manuellen IP-Adresse einzurichten.           

Gehen Sie auf der NAS-Administrationsseite in den Bereich „Network“ (Netzwerk), um eine statische IP-Adresse einzurichten.             

Öffnen Sie die NAS-Administratorseite, indem Sie das Programm Seagate Network Assistant starten und auf die Schaltfläche „Web access to the NAS OS Dashboard“ (Web-Zugriff auf NAS OS-Dashboard) drücken oder die IP-Adresse des Geräts in die Adressleiste des Webbrowsers eingeben. 

Das iSICS-Protokoll ist in Geräten, die mit NAS OS 4.0 arbeiten, gewöhnlich verfügbar, wobei einige Funktionen jedoch nur beschränkt eingesetzt werden können:

  • LUN kann nur einem einzigen Ziel zugeordnet werden.
  • Nur LUN-Dateimodus, und zwar auf Datenträger erstellt.
  • LUN-Blockiermodus wird nicht unterstützt.            

Eine LUN-Datei ist immer mit einem Ziel verbunden: Wenn Sie ein Ziel erstellen, wird folglich auch eine LUN-Datei erstellt. Ohne Ziel können LUN-Dateien nicht existieren. 

Erstellen des iSCSI-Ziels

  1. Melden Sie sich auf der NAS-Willkommensseite als Administrator oder als Benutzer mit Administratorrechten an.
  2. Klicken Sie auf der Startseite auf das Gerätemanager-Symbol.
  3. Klicken Sie in der Auswahlliste auf der linken Seite unter „Storage“ (Speicher) auf „Volume“ (Datenträger).
  4. Klicken Sie unter „Associated iSCSI targets“ (Zugeordnete iSCSI-Ziele) auf „Add iSCSI“ (iSCSI hinzufügen).
  5. Wählen Sie „Create new“ (Neues erstellen) und klicken Sie dann auf „Next“ (Weiter).
  6. Stellen Sie die Kapazität und die optionalen  „Advanced parameters“ (Erweiterte Parameter) ein und klicken Sie dann auf „Next“ (Weiter).   

Die Kapazität des iSCSI-Ziels ist auf eine Gesamtmenge von 8 TB oder den verfügbaren freien NAS-Speicherplatz beschränkt.             

Hinweis zu iSCSI Advanced (erweiterte iSCSI-Parameter): 

Header Digest  – erhöht die Datenintegrität. Dieser Parameter prüft die Gültigkeit des Header-Teils der Protokolldateneinheit. 

Data Digests  (Daten-Digest) – erhöht die Datenintegrität. Durch diesen Parameter wird der Datenbereich der Protokolldateneinheit überprüft. 

Multiple Sessions (Mehrere Sitzungen) – ermöglicht mehrere Verbindungen zu einem einzigen iSCSI-Ziel. Stellen Sie sicher, dass Sie in einer Clusterumgebung arbeiten, um Ihre Daten vor Beschädigung oder Verlust zu schützen. 

CHAP (Challenge Handshake Authentication Protocol) – ermöglicht einseitige und gegenseitige CHAP-Authentifizierung in Bezug auf Microsoft iSCSI Initiator und Ziel. 

Authorized IQN (Autorisierter IQN) – IQN ist die Abkürzung für iSCSI Qualified Name. Der IQN identifiziert ein bestimmtes iSCSI-Element, und zwar ganz unabhängig vom Speicherort. Der IQN ist im iSCSI Initiator des Windows-Betriebssystems zu finden, durch das anschließend das iSCSI-Ziel verwenden wird.           

Wenn ein IQN durch einen Windows-Server oder -Computer als Authorized IQN zugewiesen wird, kann nur das betreffende System eine Verbindung zum SCSI-Ziel herstellen.

  1. Klicken Sie auf Finish (Fertigstellen), um die Auswahl zu bestätigen. 

Sobald das iSCSI-Ziel erstellt wurde, wird es zunächst als „disconnected“ (nicht verbunden) angezeigt. Im Dropdown-Menü Edit (Bearbeiten) sehen Sie die Optionen „Delete“, „Option“ und „Export“ zum Löschen, Bearbeiten oder Exportieren des iSCSI-Ziels.            

Unter „Option“ (Bearbeiten) können Sie den Namen, den IQN oder die Beschreibung ändern sowie „Multiple sessions“ (Mehrere Sitzungen) und CHAP aktivieren bzw. deaktivieren und auch autorisierte IQNs hinzufügen oder entfernen. 

Mittels Option „Export“ (Exportieren) können Sie das iSCSI-Ziel als Backup exportieren. 

Mit „Delete“ (Löschen) wird das iSCSI-Ziel gelöscht. 

Verbindungsaufbau zum iSCSI-Ziel

  1. Verwenden Sie einen Windows-Computer in dem lokalen Netzwerk, über das eine Verbindung zu dem neuen iSCSI-Ziel hergestellt werden soll. Öffnen Sie die Systemsteuerung, wählen Sie „Administrative Tools“ und öffnen Sie den iSCSI Initiator. 

    In diesem Beispiel nutzen wir den iSCSI Initiator auf einem Computer mit Windows 8, um eine Verbindung zum iSCSI-Ziel über den Host-Namen herzustellen. 
  2. Geben Sie den Host-Namen des NAS-Geräts in das Feld „Target“ (Ziel) ein und klicken Sie auf „Quick Connect“ (Schnellverbindung).
  3. Das Fenster „Quick Connect“ wird geöffnet und zeigt „Connected“ (Verbunden) an.
  4. Klicken Sie auf „Done“ (Fertig) und anschließend auf „OK“, um den Initiator zu beenden.
  5. Möglicherweise erhalten Sie in Windows folgende Aufforderung: „You need to format the disk in drive...“ (Sie müssen die Festplatte im Laufwerk formatieren...). 

Klicken Sie in diesem Fall auf „Format disk“ (Festplatte formatieren).                  

Wenn die Verbindung zum iSCSI-Ziel zum ersten Mal hergestellt wird, hat das Ziel standardmäßig eine GPT-Partition und muss formatiert werden.           

Windows Diskpart kann dazu verwendet werden, alle Inhalte auf dem iSCSI-Laufwerk zu löschen. Bei Bedarf kann das Laufwerk dann in der Datenträgerverwaltung mittels MBR wieder initialisiert werden. 

Das iSCSI-Laufwerk ist jetzt einsatzbereit. 

Verwenden der Option zum Exportieren von LUN-Dateien 

Mithilfe dieses Schritts können Admin-Benutzer den Inhalt einer LUN-Datei exportieren, die mit einem bestimmten Ziel verbunden ist. 

Wenn ein iSCSI-Ziel mit 8 TB erstellt wird und dieses nur mit 25 GB Daten belegt ist, wird die LUN-Datei trotzdem mit den gesamten 8 TB exportiert. Dies ist ein längerer Vorgang.

  1. Klicken Sie auf der Seite „NAS Device Manager“ (NAS-Gerätemanager) unter „Storage and Volume“ (Speicher und Volumen) auf die Schaltfläche „Edit“ (Bearbeiten) neben dem iSCSI-Ziel und anschließend im Dropdown-Menü auf „Export“ (Exportieren).

    Es erscheint ein Auswahlfeld mit sämtlichen Freigaben auf dem NAS-Gerät und auf den mit NAS verbundenen USB-Festplatten.
  2. Suchen Sie einen Speicherort für die LUN-Datei und klicken Sie auf „Save“ (Speichern). In dem Screenshot sehen Sie, dass der Ordner „Public“ (Öffentlich) ausgewählt wurde und ein Ordner mit der Bezeichnung „Export“ (Exportieren) zum Exportieren der LUN-Datei erstellt wurde.
  3. Eine Meldung weist darauf hin, dass das iSCSI-Ziel nur im schreibgeschützten Modus verfügbar ist, und zwar für so lange, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Klicken Sie auf „Continue“ (Fortfahren). 

Im iSCSI-Ziel ist jetzt eine Fortschrittsanzeige zu sehen. Nach Abschluss des Exportvorgangs, kann der exportierte Text bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückimportiert werden. 

Verwenden der Option zum Importieren von LUN-Dateien 

Mithilfe dieses Schritts können Benutzer mit Administratorrechten LUN-Dateien importieren, die zuvor exportiert wurden.

  1. Klicken Sie unter „Associated iSCSI targets“ (Zugeordnete iSCSI-Ziele) auf „Add iSCSI“ (iSCSI hinzufügen).
  2. Wählen Sie „Import LUN“ (LUN-Datei importieren) und klicken Sie anschließend auf „Next“ (Weiter).
  3. Wählen Sie eine iSCSI-LUN-Datei aus und klicken Sie auf „Next“ (Weiter).
  4. Geben Sie eine Beschreibung ein, stellen Sie die optionalen „Advanced parameters“ (erweiterten Parameter) ein und klicken Sie dann auf „Next“ (Weiter).
  5. Klicken Sie auf Finish (Fertigstellen), um Ihre Auswahl zu bestätigen. 

Das LUN-/iSCSI-Ziel wird daraufhin importiert. Dies ist ein längerer Vorgang.           

Nach Abschluss des LUN-Importvorgangs ist das Ziel bereit, sodass andere Computer eine Verbindung dazu herstellen können. 

Verwenden der Option zum Klonen von LUN-Dateien 

Bei diesem Schritt können Benutzer mit Administratorrechten den Inhalt einer LUN-Datei klonen, die mit einem Ziel verbunden ist.

  1. Klicken Sie unter „Associated iSCSI targets“ (Zugeordnete iSCSI-Ziele) auf „Add iSCSI“ (iSCSI hinzufügen).
  2. Wählen Sie die Option „Clone LUN“ (LUN-Datei klonen) und klicken Sie auf „Next“ (Weiter).
  3. Wählen Sie eine zu kopierende iSCSI-LUN-Datei aus und klicken Sie dann auf „Next“ (Weiter).
  4. Geben Sie eine Beschreibung ein, stellen Sie die optionalen „Advanced parameters“ ein und klicken Sie dann auf „Next“ (Weiter).
  5. Eine Meldung weist darauf hin, dass das iSCSI-Ziel nur im schreibgeschützten Modus verfügbar ist, und zwar für so lange, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Klicken Sie auf „Continue“ (Fortfahren). 

Es erscheint daraufhin eine iSCSI-Fortschrittsanzeige.           

Information über den Microsoft iSCSI Initiator finden Sie unter:

www.microsoft.com .





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